Das Kartenlegen bzw. die Kartomanie ist eine schon über 1300 Jahre alte, asiatische Kunst, doch erst etwa ab dem 15. Jahrhundert wurde die Kartomantie wahrscheinlich durch das fahrende Volk auf dem europäischen Kontinent bekannt. Als Jahrmarktsattraktion wurde sie nicht ernstgenommen, doch seit dem 18. Jahrhundert sind vor allem die Tarotkarten gesellschaftsfähig.
Ein Kartenleger, der sein Handwerk versteht, ist in der Lage, Tarotkarten so zu deuten, dass diese eine wahre Lebenshilfe für den Fragenden sein können. Der Kartenleger ist somit fast schon im therapeutischen Bereich anzusiedeln. Dies begründet sich darauf, dass er mit dem Kartenlegen tief ins Innere seiner Gegenüber zu blicken in der Lage sein könnte. Diese müssen sich lediglich darauf einlassen wollen und ehrlich sowie intuitiv auf seine Fragen antworten. Somit werden Gedanken und Gefühle, die sich durch gezielte Fragestellungen aus den Karten ergeben, benannt.
Der Kartenleger bzw. Wahrsager ist in der Position, dem Ratsuchenden mit dem Kartenlegen zu helfen, den richtigen Weg zu gehen und die für ihn besten Entscheidungen zu treffen. Vor allem betrifft das jene Themen, die der Fragende selbst mit den gezogenen oder gelegten Karten assoziiert. Dabei sind die Bedeutungen der Karten nicht mit ihrem Titel gleichzusetzen. “Der Tod” beispielsweise bedeutet nicht zwingend, dass jemand stirbt. Sondern nur, dass eine große Transformation stattfinden wird und sich mit dieser einiges verändert. Innerlich wird eine Veränderung deutlich, die der Fragende entweder bereitwillig empfängt oder ablehnt. Wie viel Vertrauen man in derartige Beratungen setzt bleibt jedem Beratendem natürlich selbst überlassen.